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Gloria und Josef Mertes

„Wenn Gloria und Josef Mertes von ihrem Zuhause in Brauneberg, von der Geschichte des historischen Herrenhauses und des mittelalterlichen Bürresheimer Weinhofs erzählen, dann spürt man ihre Passion für Geschichte des Weinkulturlandes Mosel.“

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Die Seele eines Gemäuers

Artikel aus dem Trierischen Volksfreund von MARITA BLAHAK

BRAUNEBERG. Ein Refugium für Feriengäste und Hausbesitzer: Gloria und Josef Mertes haben in Brauneberg ein historisches Gemäuer renoviert. Der Kreuzgewölbekeller, über dem es errichtet wurde, stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Ferien-Apartments Mosela im ehemaligen Bürresheimer HofWenn die Mexikanerin und der Moselaner von ihrem alten, neuen Zuhause in Brauneberg erzählen, von der Geschichte des historischen Gemäuers, in dem sie seit nunmehr zehn Jahren leben, dann spürt man ihre Passion für Geschichte und für die Mosel. Das Ehepaar ist weit gereist, war an vielen Orten schon „zuhause“. Fremde Kulturen und Länder kennen zu lernen, war für Gloria und Josef Mertes ein spannendes Hobby. Doch die Wurzeln von Josef Mertes liegen an der Mosel – und dorthin wollte er mit seiner Frau zurückkehren. Sehr wohl fühlt sich die Mexikanerin in ihrer neuen Heimat, in der sie zusammen mit ihrem Mann ein prächtiges Haus bewohnt. Das Barock-Gebäude wurde 1869 erbaut und ist über die schmale Gasse von der Nussbaumallee zu erreichen.

Direkt gegenüber dem Zwiebelturm der Brauneberger Simultankirche liegt das Elternhaus von Josef Mertes. Heute beherbergt das Gebäude sechs Ferienwohnungen und im ehemaligen Kelterhaus eine Mexiko-Ausstellung. Das Ehepaar Mertes selbst bewohnt einen Teil der ehemaligen Scheune hinter dem barocken Haus. Links neben dem Eingang führt eine steile Treppe hinunter in den großen Kreuzgewölbekeller mit zwei Felsenbrunnen, aus denen sauberes Wasser aus dem Hunsrück fließt. Im kühlen Gemäuer, dessen mächtige Säule das ganze Haus darüber trägt, „atmen“ die Besucher alte Weingeschichte, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht.

Tausende Quadratmeter französischer Garten

Historischer Kreuzgewölbekeller„Hier fängt die lange bewegte Geschichte des Anwesens an“, sagt Josef Mertes. Denn der Kreuzgewölbekeller bestand bereits im Jahr 1490 als Weinkeller des Bürresheimer Hofs zu „Dusemond“. So hieß der Moselort Brauneberg bis 1925. Die Bürresheimer waren ein angesehenes Adelsgeschlecht, das einst den Erzbischof und Kurfürsten von Mainz und weitere hohe weltliche und geistliche Würdenträger stellte. Die Herren von Breidbach-Bürresheim trugen ihren Weinhof mit dem Löwenwappen als Veldenzer Lehen, berichtet die Ortschronik. Das verwitterte Wappen ist heute noch über dem Türsturz an der Scheune zu sehen. Über dem Weinkeller lag einst ein kleines Kelterhaus und im Hofgelände eine noch heute bestehende Arbeitsscheune. Der Rest des ehemals nahezu 5000 Quadratmeter großen Geländes war als französischer Garten angelegt.

1766 wurde neben dem kleinen Kelterhaus mit Erlaubnis des Lehnsherren der Grafschaft Veldenz der Neubau des Bürresheimer Hofs errichtet. Im Landeshauptarchiv in Koblenz hat Mertes in Briefen und Dokumenten Einblick erhalten in die bewegte Geschichte des Hofes. Er studierte Baupläne, Bauabrechnungen und die Weinhandelsgeschichte. „Viel Forscherarbeit liegt aber noch vor uns“, sagt Mertes.

Was mit viel Liebe zum Detail und Sachverstand aus alter Bausubstanz werden kann, sieht man an den neu aufgeteilten Wohnungen im Hauptgebäude, das heute unter Denkmalschutz steht. Gloria Mertes hat sechs Ferienwohnungen in dem Haus für Gäste stilvoll eingerichtet. Auch die 180 Quadratmeter große Wohnfläche, die das Ehepaar heute bewohnt, ist ein Musterbeispiel für private Dorferneuerung. Zwei Jahre Arbeit haben sie jeweils investiert, und alle haben mit angepackt: die ganze Familie mit Kindern, Freunden und Handwerkern rückte an den Wochenenden an. Zwei Drittel der Scheune warten noch auf ihre Restaurierung. Gloria und Josef Mertes sind froh darüber, den Familienbesitz wieder mit Leben gefüllt zu haben. „Die emotionale Bindung ist sehr stark und sie wächst, je mehr wir über die Vorfahren erfahren“, sagt Gloria Mertes. scho/noj

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